Das New York der Roaring Twenties ist Schauplatz von Edith Whartons bösestem Roman. Klarsichtig und zum Schreien komisch porträtiert sie eine Gesellschaft, die mit lärmendem Partygetöse alle Sinnfragen übertönt. An mehr als einen leichten Dämmerschlaf ist hier nicht zu denken, denn wer schläft, sündigt nicht – und ist damit nur fader Zaungast einer rauschhaft betriebsamen Welt…………
Den Stammplatz in New Yorks High Society zu behaupten ist ein aufreibender Fulltime-Job. Wer wüsste das besser als Pauline Manford? Diszipliniert unterwirft sie sich und das Leben «ihrer Lieben» dem Diktat der besseren Kreise. Trotzdem scheint der Verbleib in den schwindelnden Höhen der Wichtigkeit bedroht. Ist der «Mahatma», Paulines Entdeckung der letzten Saison, nun ein inspirierender Psychoguru oder ein Scharlatan mit einer Vorliebe für nacktes Fleisch………
Ingrid Bergman ist wohl die größte Filmschauspielerin des 20. Jahrhunderts. Im Hinblick auf ihren 100. Geburtstag, der am 29. August 2015 gefeiert wird, haben ihre vier Kinder Pia Lindström, Isabella, Ingrid und Roberto Rossellini für den Schirmer/Mosel Verlag die Schatztruhe des Familienarchivs geöffnet und uns den Auftrag erteilt, die maßgebliche, gewissermaßen offizielle Bildbiographie der Schauspielerin vorzulegen. Schweden, ihr Geburtsland, wo sie in den 30er Jahren als Jungstar erste Erfolge feierte; Hollywood, wo sie zum Weltstar wurde und so unvergessliche Klassiker wie “Casablanca” und “Wem die Stunde schlägt” drehte; Rom, wohin sie aus der ersten Ehe und aus Hollywood flüchtete, um mit Roberto Rossellini drei Kinder und fünf Filme in die Welt zu setzen; die triumphale Rückkehr nach Hollywood, New York, Paris und London nach der Scheidung von Rossellini das alles sind Stationen eines ungeheuer reichen Lebens und einer märchenhaften Karriere, die 44 Kinofilme umfasst und die Ingrid Bergman mit den kreativsten Schauspielern, Regisseuren, Schriftstellern und Photographen der ganzen Welt in Berührung brachte……..
Literaturnobelpreisträger Mo Yan zeigt sich mit seinem neuen großen Roman auf der Höhe seiner Kunst: Gugu ist die begabteste Hebamme in Gaomi. Seit Jahrzehnten bringt sie dort alle Kinder zur Welt. Mit Beginn der Geburtenkontrolle verantwortet die parteitreue Gugu auch Abtreibungen und Zwangssterilisierungen. Für ihre Karriere macht sie sich zum willigen Werkzeug der Partei. Erst im Alter bereut sie ihre Taten, die viele Menschen das Leben kosteten.
Ein großerartiger Roman über das zerbrechliche Glück der Kindheit. Als ihre Mutter Selbstmord in einem Fluss beging, war Cica, wie sie von allen gerufen wird, ein kleines Mädchen. Seit jener Nacht hat sie auf ihren Schulterblättern zwei Narben, die einen Halbmond bilden – und andere, tiefere Schnitte in ihrer Seele. Denn ihr Vater ist verbittert und tilgt jede Erinnerung an seine Frau. Es wäre eine traurige Kindheit, die Cica im kahlen Norden Italiens verbringen müsste, wären da nicht ihre alte Nachbarin mit den vielen Büchern und Tomba, der Hund, der nicht mehr von ihrer Seite weicht………..
Im nordirischen Enniskillen ging der Nobelpreisträger der Literatur, Samuel Beckett, zur Schule. Zum zweiten Mal widmet die Stadt dem großen literarischen Einzelgänger das Internationale Happy Days Festival. Das erste Festival, das den Meister des absurden Theaters in vielen Facetten beleuchten sollte, wurde im August 2012 ein durchschlagender Erfolg. Volle Häuser, hochlobende Kritiker und ein ökonomischer Benefit von 2,5 Millionen Pfund stimmten die Organisatoren hoffnungsfroh für eine zweite Runde und einen dauerhaften Platz der literarischen Tage im jährlichen Festkalender.
Vom 22. bis 26. August 2013 heißt es wieder: „Nichts als Beckett“ in Enniskillen, wo er auf der ehrbaren Portora Schule seine Entwicklungsjahre verbrachte und dort schon erste literarische Ansätze zeigte. Im Mittelpunkt des Festivals steht eine Ausstellung aus dem Pariser Centre Pompidou, die sein Werk und seinen immensen Einfluss auf die Literatur und das Theater des 20. Jahrhunderts in Manuskripten, Erinnerungsstücken und Briefen spiegelt. Die Beckett International Theater aus Portugal, Frankreich, Australien und Irland führen seltener gespielte Kurzstücke auf wie „Rough for Theatre 2“,“What is the Word“ und „What Where und Rockbaby“.
Der Tag, an dem der 12-jährige Zeno den größten Wolfsbarsch seines Lebens fängt, verändert alles. Denn an diesem Tag wird bei seinem Vater eine lebensbedrohliche Krankheit diagnostiziert. Zeno muss den Sommer in Norditalien beim Großvater verbringen, den er gar nicht kennt. In dessen Geschichte spiegeln sich die Tragödien des zu Ende gehenden Jahrhunderts. Ein berührender Roman über das starke Band zwischen den Generationen und die heilende Kraft der Erinnerung………….
“Sprechen Adam, Eva, Gott und die Schlange im Garten des Paradieses hebräisch, flämisch, französisch oder schwedisch? Befindet sich Eden, von einem Fluß durchströmt, der vierarmig mündet, eher im Westen oder Osten, in der Gegend des Euphrat oder an den Ufern des Ganges? Auf der Bahn, die Theologen, Philosophen und Philologen eingeschlagen haben, um zu wissen, wie im Paradies gesprochen wurde, welche Umrisse seine erstaunliche Geographie annehmen konnte, hat es zahllose Verzweigungen gegeben, deren Wege und Abwege zu erforschen kein Ende genommen hat.” Beginn des Kapitels “Die Urkunden des Paradieses……..
Der unerhörteste Stoff der literarischen Moderne ist in einem ungeheuerlichen Lese-Spiel erschienen. „Eine spaßhaft-geschwätzige, allumfassende Chronik“, nannte Joyce sein Werk, das 1922 in die Welt kam. Als „obszön, unzüchtig, lasziv, nichtswürdig, anstößig und widerlich“ verdammte es die New Yorker Gesellschaft zur Unterdrückung des Lasters. Der Jahrhundertroman ist nun hörbar geworden. 1290 Minuten, oder 21,5 Stunden, dauert die Hörspielinszenierung des einen Tages im Leben des Romanhelden Leopold Bloom, an dem er als moderner Odysseus durch Dublin streift. Feinsinnig von musikalischen Motiven und atmosphärischem Einsatz getragen, wechseln sich Erzählerstimmen und innere Monologe der Figuren ab. Und so ist es gelungen, den sagenumwobenen, nahezu unlesbaren Literaturgiganten zu bändigen.
Zum ersten Mal erscheint Joyces Meisterwerk Ulysses als irische Ausgabe in seinem Heimatland. Das muss gefeiert werden. Mit einem Bloomsday im großen Stil und Lesungen rund um die Welt. Der 16. Juni 1904 war jener eine Tag, an dem ein Mann namens Leopold Bloom in der Frühe sein Haus in Dublin verließ und erst in den Morgenstunden des folgenden Tages zurückkehren sollte. In dieser Zeitspanne wird eine in ihrer Sprachmacht eigentlich unlesbare Irrfahrt des Romanhelden durch seine Heimatstadt beschrieben und es entsteht ein irisches Panoptikum an Schauplätzen und Charakteren. Die Ereignisse des Romans werden bis heute von den Joyceanern am Tag des Leopold Bloom an den Originalschauplätzen mit Lesungen und Schaustücken wiederbelebt. Joyce als eigentlicher Erfinder des Bloomsday konnte jedoch seinen Roman nicht in Dublin veröffentlichen, sondern 1922 in Paris…………..
Verstecken Sie mein Kind, bitte. Amerika im Jahr 1968: Die Witwe Martha lebt in ihrem abgelegenen Haus ein einsames Leben. Nur an Weihnachten erhält sie von ehemaligen Schülern Besuch. Dann jedoch stehen zwei wildfremde, verzweifelte Menschen vor ihrer Tür: das Mädchen Lynnie und Homan, ein tauber Afroamerikaner. Beide sind aus einer nahen Anstalt geflohen. Wenig später tauchen ihre erbarmungslosen Wächter auf. Während Homan über den reißenden Fluß entkommen kann, wird Lynnie in ihr trostloses Dasein zurückgebracht. Doch was ihre Häscher nicht wissen: Lynnie hat kurz vor ihrer Flucht ein Mädchen geboren und in dem Haus der Witwe verstecken können. In einem geheimen Augenblick verspricht Martha sich um den Säugling zu kümmern. Eine große epische Reise beginnt, die über vierzig Jahre währt. Ein wunderbarer, anrührender Roman













